Die Sauberkeit der japanischen Fußballfans

Wer heutzutage den Fernseher oder das Radio anmacht, kommt nicht drum herum, mitzubekommen, dass es mal wieder soweit ist: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ist in vollem Gange. Egal wohin man geht, überall trifft man Menschen in Feierlaune, die bei einem der vielen Public-Viewing Veranstaltung in Bars, Restaurants oder anderen öffentlichen Plätzen zusammenkommen, um gemeinsam die WM zu genießen.

In München fand gestern ein ganz besonderes Public-Viewing für Japan-Fans statt: im 35mm, dem Resaurant des zentral am Stachus gelegenen Mathäser-Kinos traffen sich gestern rund 175 Japaner und Japan-Freunde, um gemeinsam auf einer großen Leinwand und vielen kleineren Monitoren das Spiel gegen Senegal anzuschauen und zu feiern. Die Spannung war dank der Tor-Aufholjagd der Japaner bis zum Schluss hoch, die Lautstärke nach jedem gefallenen Tor für Japan, nach jeder knappen Attacke und bei jeder erfolgreichen Verteidigung ohrenbetäubend. Als das Spiel unentschieden mit 2:2 endete, herrschte große Freude, da das Voranschreiten in die nächste Runde nach Punkten gesichert war.

Fußball WM 2018: Japan - Senegal Public Viewing

Nicht nur hier im kleinen Public-Viewing Bereich, auch live vor Ort im Stadion in Russland herrschte eine gute und freundschaftliche Atmosphäre, auch nach dem Spiel. Und wie zuvor auch schon, ließen es sich die Fans beider Mannschaften, sowohl Japan als auch Senegal, auch diesmal nicht nehmen, nach dem ausgelassenen Feiern das Stadion ordentlich und sauber zu hinterlassen. In den sozialen Medien und auch den großen Nachrichtenseiten kursieren wieder die Bilder von Fans, die nach dem Spiel zusammenhelfen, um Ihren Müll wieder einzusammeln und das Stadion in sauberem Zustand zu hinterlassen.

Dieses vorbildliche Verhalten ist für Japaner ganz natürlich, da sie es von kleinauf gewohnt sind, hinter sich wieder sauber zu machen. Angefangen bereits in der Grundschule, wo es keine extra Putzkräfte gibt, sondern die Schüler nach dem Unterricht selbst die Klassenzimmer putzen, bevor sie nach Hause gehen, setzt sich dieses Verhalten auch später fort. Öffentliche Mülleimer sind in Japan eine Seltenheit, zumeist findet man diese lediglich vor den Eingängen der Konbinis, Convenience Stores, und der Supermärkte, wo Snackverpackungen und Getränkeflaschen unmittelbar entsorgt werden können. Statt wie bei uns, wo überquellende Abfalleimer mit außen herum verstreutem Müll nichts Ungewöhnliches sind, ist es in Japan normal, seinen Müll wieder mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen.

Bei diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich dieses Verhalten auch bei Großveranstaltungen, wie eben der Fußballweltmeisterschaft, fortsetzt, unabhängig davon, ob man sich im eigenen Land befindet oder zu Gast im Ausland unterwegs ist. Eine schöne Entwicklung ist festzustellen: Während dieses Verhalten vor Jahren noch nur von den japanischen Fans bekannt wurde, scheint dieser Trend um sich zu greifen. Nach dem gestrigen Spiel haben die Fans von Senegal ebenfalls fleißig mitgeholfen, das Stadion wieder sauber zu verlassen, und auch bei anderen Teams, wie zum Beispiel Argentinien konnten sich die Gastgeber in Russland nach dem Spiel über Stadion freuen, dass nicht im Müll untergeht. Eine kleine Geste mit einer großen Wirkung, die gerne auch weiter Mode machen darf!

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